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Wirtschaft
02.02.2018
Wirtschaft
EuGH: Kein Verlust der Verbrauchereigenschaft im Sinnes des Art. 15 EuGVVO bei Durchsetzung eigener Ansprüche gegen Facebook – Schrems

Der EuGH (3. Kammer) hat mit Urteil vom 25. 1. 2017 – Rs. C-498/16, Maximilian Schrems gegen Facebook Ireland Limited, ECLI:EU:C:2018:37 – wie folgt entschieden:

1. Art. 15 der Verordnung (EG) Nr. 44/2001 des Rates vom 22. Dezember 2000 über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen ist dahin auszulegen, dass ein Nutzer eines privaten Facebook-Kontos die Verbrauchereigenschaft im Sinne dieses Artikels nicht verliert, wenn er Bücher publiziert, Vorträge hält, Websites betreibt, Spenden sammelt und sich die Ansprüche zahlreicher Verbraucher abtreten lässt, um sie gerichtlich geltend zu machen.

2. Art. 16 Abs. 1 der Verordnung Nr. 44/2001 ist dahin auszulegen, dass er keine Anwendung auf die Klage eines Verbrauchers findet, mit der dieser am Klägergerichtsstand nicht nur seine eigenen Ansprüche geltend macht, sondern auch Ansprüche, die von anderen Verbrauchern mit Wohnsitz im gleichen Mitgliedstaat, in anderen Mitgliedstaaten oder in Drittstaaten abgetreten wurden.

(Tenor)

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